26. September 2006

Nachlese

Recht schwierig momentan: eigentlich (sic!) macht Impro ja Spaß, aber gerade sind wir dabei, ein bissel zu verkrampfen. Warum?
Zunächst liegt es sicher an der Gruppengröße - wenn wie gestern nur vier da sind, dann kommt kaum die nötige Stimmung auf. Auch das Prinzip der Freiwilligkeit funktioniert dann nicht mehr: man kann dann eben nicht einen Abend lang nur zuschauen, wenn man das möchte. Vor allem aber schränkt das die Auswahl der Übungen und Spiele stark ein. Nehmt mal die "Wohngemeinschaft" als Beispiel. Klar: das hätten wir gestern gerade so auf die Bühne gebracht, aber wo sind dann die Zuschauer? Und oft wird ja etwas erst klar, wenn man es von außen sieht. Den Fehler, den ich eben selbst auf der Bühne gemacht habe, erkenne ich erst, wenn ich ihn bei meinen Mitspielern von draußen sehe.
Wenn mehr Leute da sind, muss ich auch nicht ständig wegen irgendwelcher Fehler unterbrechen, sondern kann mehr "Versuche" laufen lassen - irgendwann kommen die Beobachter dann nämlich selbst auf die Fehler (und das ist natürlich viel spannender, als sie von mir unter die Nase gerieben zu bekommen).
Ein weiterer Grund für den "Krampf" liegt sicher auch in unserem derzeitigen "Probenstand" begründet. Wir waren schon einmal recht weit, hatten vieles parat (Spiele, allgemeines Wissen um Status, Szenen ...) und sehen nun, dass das meiste wieder verschollen ist. Vor allem sind wir wieder "dicht in der Birne". Dies wiederum liegt zum Gutteil an der langen Sommerpause. Aber auch die Proben selbst sind nur ungenügend. Ich habe den Eindruck, dass wir auf der Probebühne intensiver gearbeitet haben als im Foyer - wie empfindet Ihr das? Oben waren insbesondere die Übungen "intimer", zwangloser - hier unten hat alles den Touch von "Vorstellung". Ich schlage also vor, dass wir künftig wieder oben probieren.
Unsere Probenzeiten sind zu kurz. Wenn wir um 19:30 Uhr beginnen (was zumeist ja nicht der Fall ist) und um 21:00 Uhr, spätestens um 21:30 Uhr aufhören, sind das gerade mal zwei Stunden. Von denen geht die erste halbe Stunde ab für Begrüßungen und "Spielchen" wie Atemübungen, Herumlaufen &c. (Die Spielchen sind sehr sinnvoll, ja, aber haben ja noch nicht viel mit Impro zu tun). Mein Vorschlag: wir beginnen zukünftig um 19:00 Uhr und machen bis 22:00 Uhr. Wir können ja eine kleine Pause einschieben. Wer erst um halb acht kann, dem entgeht dann eben das "Vorgeplänkel".
Sagt Eure Meinung!

4 Kommentar(e):

Florian hat gesagt…

find ich generell erst mal ne gute idee! wenn alle das mitmachen können und keiner vorher/ nachher noch etwas vor hat!
Auf jeden Fall würde ich es begrüßen, wenn wir neue dazubekommen würden ;)

Das mit der Bühne sehe ich genauso (vor allem weil von draußen ständig Leute reinsehen)

ameisenkönig hat gesagt…

hm, hi erstmal.
also das mit dem foyer nehme ich nicht so wahr. ob ich nun unterm dach oder im glaskasten stehe ändert bei mir im kopf nichts. ich fand sogar, dass ich auf der foyer-bühne /podest wesentlich freier sein konnte, eben weil es den vorführ-effekt mit einbindet. Da fühl ich mich beschwingt und inspiriert, weil der gewisse nervenkitzel kitzelt. ich finde es schwieriger komplett frei zu arbeiten, wenn ich aus einer homogenen gruppe heraus improvisieren muss, so wie oben, o alle auf einer ebene spielen. Vorteil wiederrum des Dachbodens ist, dass man da viel privater untereinander ist, wissen kann, dass nur die gruppe all die fehler und "ach so peinlichen" sachen mitbekommt.
nun frag ich mich, ob wir, um voranzukommen diesen privaten, intimen gruppenraum brauchen, oder gerade das foyer, in dem wir uns davon lossagen können, dass irgendwas was wir machen "gesehen werden könnte", und dann ablenkt oder peinlich ist. ??? !!? ??!

Tja. Gruppengröße ist etwas auf das wir nicht soo viel einfluss haben. wir können halt immer und immer wieder neue leute anschleppen, aber wie wir eh schon hinterherhinken, sollten wir drauf achten dass das leute sind die auch am ball bleiben. uns geht sonst zeit verloren, wenn wir immer neu einarbeiten, um dann festzustellen, dass da jemand wegfällt.

den vorschlag mit der neuen zeit nehme ich one weiteres an. auch wenn ich itm studium noch nciht weiß, ob ich regelmäßig rechtzeitig dabei sein kann. aber dann kommt man halt dazu. ein größeres Zeitfenster schafft platz für übungen, die immer mehr unter den teppich fallen. grummolo, syncro, status, genreswitch, replay,... um nur einige unserer angefangenen baustellen zu nennen.

;)
lieben gruß, Ben

Anonym hat gesagt…

Hmm, schwere Fragen auf leeren Magen...
Also ich finde es nicht schlimm, wenn die Freiwilligkeit wegfällt, wenn man nur zu viert ist. So kann man intensiver üben. Ich glaube die Gruppengröße ist etwas - wie von Ben schon angesprochen - , auf das wir nicht viel Einfluss haben. Und wenn die Neuen (und Alten) wegbleiben, müssen wir halt für den Moment versuchen, das positive daraus zu ziehen. Und wenn Neue kommen, bin ich gerne bereit, die Grundsachen immer wieder neu zu üben, da ich diese Dinge auch noch oft nicht anwende/ vergesse.

Meine Verkrampfung rührt bestimmt daher, dass man einfach weiß, dass es mal besser lief und da sofort wieder anknüpfen möchte, aber selber merkt, dass es nicht geht. :-(

Ob Foyer oder Dachboden ist mir eigentlich egal. Ich merke es gar nicht, wenn jemand vorbeigeht und für mich ist es immer so eine Art "Vorstellung", wenn ich improvisieren soll, ob Foyer oder Dachboden - egal. Und mir sind die Fehler und blöden Sachen nicht peinlich, die ich mache. Es frustiert mich aber!
Wenn wir auf dem Dachboden sind, könnte evtl. uns jemand verpassen, der später kommt und dann denkt, es ist ausgefallen?

Den Vorschlag mit der neuen Zeit nehme ich auch sofort gerne an! Je länger und mehr desto besser. Allerdings weiß ich nicht, wie das bei Eileen aussieht?? Ich würde am liebsten sogar 2x die Woche proben oder mal Impro-Theater in Hamburg mit allen ansehen?

LG,
Britta

ameisenkönig hat gesagt…

am liebsten 2 mal... das unterscheidet uns als "freie Gruppe" von einem Workshop. Da gibt es glaube ich einfach nicht den Zeitplan für.
(weder vom Theater selbst, noch von Günter, der ja Stücke zu inszenieren hat, noch von uns allen, da gemeinsame Tage zu finden.)

was solls, morgen is ja wieder impro, da können wir im anschluß ja noch mal drüber reden.
Günter hatte zum Beispiel einmal gefragt, ob dieses ganze Training vielleicht deshalb ins stocken kommt, weil wir den Zeitpunkt erreicht haben könnten uns am Publikum zu probieren, unabhängig von der Darbietungsqualität. Wie stehn wir Dazu?